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Rennrad-Apps fürs Rollentraining

App dafür: Die besten Apps fürs Rollentraining

Mit Top-Form ins Frühjahr starten? Klar! Mit effektivem Wintertraining auf der Rolle! Doch welche App taugt dafür? RoadBIKE hat sich durchprobiert und nennt Stärken und Schwächen!

Unfassbar eintönig, öde, langweilig und einfach kein Ersatz für eine Ausfahrt in der Natur: Viele Radsportler können sich überhaupt nicht für das Rollentraining begeistern. Selbst diejeningen, die im Winter ab und zu auf der Rolle fahren, müssen dafür ihre Fähigkeiten zur Selbstmotiviation bis an die Grenze ausreizen. Aber muss das sein? Und mit welchen Apps ist das Training wenn schon nicht extrem unterhaltsam zumindest effektiv? RoadBIKE hat sich durch die Masse der Trainingsapps probiert und nennt Stärken und Schwächen!

Tacx Cycling App

Tacx Cycling App

Die kostenlose Tacx Cycling App (iOS, Android) bietet zum einen die Möglichkeit, nach Steigung, Leistung oder Herzfrequenz zu trainieren. Der entsprechende Parameter kann nach den eigenen Wünschen eingestellt werden (5% Steigung, 200 Watt, 165 Herzfrequenz, etc.) und legt so die Intensität des Trainings fest. Ebenfalls enthalten ist eine Auswahl an verschiedenen Workouts und Fitness-Tests (PWC170) oder ein FTP-Test mit 20-minütiger Belastungsphase. Zahlreiche weitere Workouts stehen zum kostenlosen Download bereit. Dritter großer Bereich sind die Filme berühmter Strecken und Anstiege. Diese sind aber in der Regel kostenpflichtig und kosten ab rund 11 Euro.
Was fehlt? Der eher unerfahrene Nutzer wird nicht so wirklich an die Hand genommen. Fertige Trainingspläne, die mehrere Workouts sinnvoll kombinieren, gibt es nicht. So muss man sich seinen Trainingsplan aus den angebotenen Workout selbst zusammenstellen. Das ist nicht sonderlich motivierend und vermutlich auch nicht sonderlich effektiv, gerade wenn man selbst kein Trainingswissenschaftler ist.

Stärken und Schwächen

  • + kostenlos
  • + großer Umfang an verschiedenen Workouts
  • + Abfahren berühmter Strecken als Film (kostenpflichtig)
  • - keine kompletten Trainingspläne
  • - keine Nutzerführung/Anleitung
  • RoadBIKE-Urteil: gut

Rennrad-Training auf der Rolle



Tacx Trainer Software

Tacx Trainer Software 4

Die zweite - deutlich umfangreichere - Software (PC, Mac) von Tacx ist die Tacx Trainer Software 4. Erster Nachteil: Die Software kostet ab 65 Euro, im meist notwendigen Upgrade Smart mit Lenker-Steuerbox und ANT+-Antenne sind es rund 130 Euro. Dafür bietet die Software aber auch mit das umfangreichste Angebot auf dem Markt. Das reicht von virtuellen Rennen und virtuellem Training, für das mehrere verschiedene Landschaftstypen (Tropeninsel, US-Stadt, italienische Landschaft,…) zur Verfügung stehen. Die Optik dieser Landschaft gefällt auf Anhieb und es macht Spaß, die gänzlich unterschiedlichen Regionen zu erkunden. Auch Rennen auf der Bahn sind möglich. Groß ist auch der Multiplayer-Bereich, da können Rennradfahrer online gegeneinander antreten. Daneben können auch Tacx Reallife-Videos nachgefahren werden. Das Angebot dieser Videos ist immens, allerdings kosten sie zusätzlich rund 30 Euro pro Film.
Ebenfalls groß ist der "reine" Trainingsbereich. Es gibt eine Vielzahl an vorgefertigten Workouts und Leistungstests genauso wie die Möglichkeit, sich selbst eigene Einheiten mit Intervallen etc. zu basteln. Wer schon einen fertigen Trainingsplan hat, kann sich so die jeweiligen Einheiten zusammenstellen. Fertige Trainingspläne gibt es allerdings nicht.

Stärken und Schwächen

  • + großer Funktionsumfang
  • + schöne und vielseitige virtuelle Welten
  • + Online-Rennen
  • + guter, bedienerfreundlicher Workout-Editor
  • - recht teuer
  • - keine Mobil-Version für Smartphone/Tablet
  • - keine Nutzerführung
  • RoadBIKE-Urteil: sehr gut
Elite My E-Training

Elite My E-Training

Von Elite kommt die kostenpflichtige "My E-Training" App (iOS, Android). Zum Ausprobieren darf sie pro Tag 10 Minuten in vollem Umfang genutzt werden, der "Training nach Niveau"-Modus kann permanent kostenlos genutzt werden. Will man jedoch den kompletten Funktionsumfang, sind 10 Euro pro Jahr fällig - was immer noch nicht viel ist. Bei einigen Elite-Rollentrainern (wie dem Drivo) ist zudem eine lebenslange Premium-Mitgliedschaft enthalten. Dafür gibt es die Möglichkeit, zum einen die offiziellen RealVideos von Elite abzuspielen und nachzufahren (die einzelnen Videos kosten jedoch extra). Aber auch andere Nutzer können per Actioncam Videos erstellen und einbinden, diese sind meist kostenlos nachfahrbar. Dafür ist aber auch die Qualität höchst unterschiedlich.

Zweiter großer Bereich ist das Training. My E-Training bietet die Möglichkeit, nach voreingestellten Widerständen zu fahren oder fertige Workouts zu nutzen. Ebenfalls interessant: Über GPS aufgezeichnete oder importierte Strecken können mithilfe von Google Maps nachgefahren werden. Ebenfalls enthalten sind Trainingstests, um die Leistungsfähigkeit zu bestimmen. Optional (und kostenpflichtig) ist eine Trittanalyse.

Was ist zu bemängeln? Die My E-Training-App bietet recht viel, lässt den Nutzer aber ungeführt zurück. Fertige Trainingspläne fehlen. Es fehlt somit an Langzeit-Motivation.

Stärken und Schwächen

  • + Import von GPS-Strecken
  • + Video-Wiedergabe
  • - keine Nutzerführung
  • - keine Trainingspläne
  • RoadBIKE-Urteil: gut

BKool Indoor

Die BKool-Indoor-App (30 Tage gratis, danach 10 Euro/Monat) kombiert Workouts und virtuelle Rennen. Die Strecken können dabei im Video oder auch in einer virtuellen 3D-Landschaft gefahren werden. Wer möchte, kann auch seine Hausrunde als Strecke erstellen lassen und sie virtuell nachfahren. Nahezu permanent sind Live-Rennen verfügbar, denen man sich anschließen und so seine Kräfte mit anderen Rennradfahrern aus der ganzen Welt messen kann. Außerdem gibt es die Möglichkeit, seine eigene Session auf der Lieblingsstrecke zu planen und statt realer Mitfahrer auf eine Reihe von Bots zu setzen, die mit ihren verschiedenen Eigenschaften eine Herausforderung darstellen. Zusätzlich gibt es Velodrom-Spiele, wo sich die Nutzer auf der Bahn austoben können.

Stärken und Schwächen

  • + Vielzahl an Online-Rennen
  • + Workouts
  • + eigene Strecken können importiert werden
  • - 3D-Landschaft bei anderen schöner
  • - keine Nutzerführung beim Training
  • RoadBIKE-Urteil: sehr gut
TrainerRoad

TrainerRoad

Die App TrainerRoad gibt es für Tablet oder Smartphone (iOS, Android), kostet 10 USD/Monat und ist englischsprachig. Nach der Installation legt man sein Profil mit seinen Daten (Geschlecht, Gewicht, Einheiten, etc.) an und gibt eine erste Einschätzung seines Fitness-Levels. Anschließend rät die App zu einem ersten FTP-Test, um die Trainingsbereiche festzulegen. Dazu wird ein CP20-Test gemacht. Anschließend kann man sich aus einer Vielzahl an Trainingsplänen etwas Passendes auswählen. Dabei hilft, dass die Pläne in 3 Kategorien (Base Phase, Build Phase und Speciality Phase) gegliedert werden. Dahinter verbergen sich dann die einzelnen Trainingspläne über 6 bis 8 Wochen, wobei bei jedem Plan die Anzahl der Einheiten, die Zeit pro Woche und der Trainingsstress (TSS) angegeben werden. Je nach Zielsetzung finden sich spezielle Pläne etwa für Triathleten oder Marathonfahrer. Alle Workouts können aber auch direkt einzeln ausgewählt und mit einem angeschlossenen Rollentrainer gefahren werden.

Gut gefällt, dass während der meisten Workouts erklärende Texte eingeblendet werden, die den Sinn und die Ziele der Einheiten erklären. Absolvierte Einheiten des Trainingsplans werden abgehakt, der Fortschritt wird in Prozent angezeigt. Zwar fehlen unterhaltende Elemente wie virtuelle Rennen, dafür bietet TrainerRoad das beste Angebot und die beste Nutzerführung für diejenigen, die wirklich effektiv trainieren möchten.

Stärken und Schwächen

  • + sehr gute Nutzerführung
  • + vielzahl von speziellen Trainingsplänen
  • + viele Workouts
  • + Erklärungen während der Einheiten
  • - keine virtuellen Rennen
  • - kostenpflichtig
  • RoadBIKE-Urteil: sehr gut
RB-Trainer App

Die RoadBIKE-Trainer App

Die zusammen mit RB-Fitnessexperte Tim Böhme entwickelte Trainer-App (iOS, Android, 4,99 Euro) bietet Trainingspläne für viele unterschiedliche Zielsetzungen, ob Alpencross, Radmarathon oder einfach nur "Fit in 6 Wochen". Einmal ausgewählt können sie in den Kalender übernommen werden. Zwar fehlt die direkte Anbindungsmöglichkeit bspw. für einen Rollentrainer, anhand der sehr konkreten Angaben zur jeweiligen Einheit lässt sich diese dennoch gut in der Praxis, ob draußen oder auf der Rolle, umsetzen. Damit ist die App eine gute Ergänzung zu anderen Apps, die zwar Workouts anbieten, aber keine zusammengestellten Trainingspläne.

Stärken und Schwächen

  • + vielzahl an Trainingsplänen für viele Ziele
  • + gute Erklärung der einzelnen Einheiten
  • - keine direkte Anbindung von Rollentrainern
  • RoadBIKE-Urteil: sehr gut

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