outdoorCHANNEL Logo

Mavic startet Tubeless-Offensive

Der französische Laufrad-Hersteller Mavic treibt das Thema Tubeless am Rennrad voran. Nahezu alle Straßen-Laufradsätze kommen ab Modelljahr 2018 ohne Schlauch aus.

Konkret bedeutet dies: Wer ab sofort ein Mavic-Laufrad kauft, bekommt Tubeless. Wer auf den Schlauch nicht verzichten möchte, muss diesen nachträglich selbst einlegen. Aus logistischen Gründen sind bei komplett ausgestatteten Rädern mit Mavic-Laufrädern Schläuche eingelegt, diese können aber entfernt werden.

Angesichts der großen Verbreitung von Mavic-Laufrädern könnte der Schlauchlos-Technologie am Rennrad nun ein größerer Durchbruch gelingen. Zwar bieten zahlreiche Hersteller seit längerer Zeit Tubeless-Laufräder und -Reifen an, so richtig durchsetzen konnte sich die am Mountainbike schon länger verbreitete Technik unter Rennradlern bisher aber nicht.

Warum Tubeless?

Als zentrale Vorteile von Tubeless führt Mavic einen um 15 % geringeren Rollwiderstand an, da der im Reifen walkende Schlauch wegfällt. Selbst wenn der Luftdruck um 1 bar gesenkt und damit Komfort und Grip gesteigert würden, läge der Rollwiderstand immer noch 5 % unter dem Wert der "klassischen" Kombination mit Schlauch. Zudem sei das System ohne Schlauch 40 Gramm leichter, der Pannenschutz mit Tubeless hingegen deutlich besser.

"Wir sind so von der Technologie überzeugt, dass wir Tubeless in großer Breite in den Markt bringen", sagte Mavics Global PR-Manager Michel Léthenet im persönlichen Gespräch mit RoadBIKE. "Wir machen uns keine Sorgen, Marktanteile zu verlieren. Langfristig wird es sich auszahlen, die Tubeless-Technologie so stark zu forcieren."

Felge-Reifen-System

Fällt der Schlauch weg und wird die Luft direkt zwischen das geschlossene Felgenbett und einen Reifen gepumpt, ist es von entscheidender Bedeutung, dass Reifen und Felgen miteinander harmonieren. Sitzt der Reifen zu locker, kann er undicht werden oder gar von der Felge springen. Sitzt er zu stramm, ist die Montage ein Kraftakt und ohne Werkzeug fast nicht zu bewältigen. Kommt es unterwegs zu einem Defekt, der durch die eingefüllte Dichtmilch nicht behoben werden kann, ist es entsprechend schwer, einen Schlauch einzulegen. Welcher Tubeless-Reifen zu welcher Felge passt, ist dabei schwer zu sagen, da bis dato keine allgemeingültigen Normen für Reifen existierten.

Mavic betont in diesem Kontext seine langjährige Doppelrolle als Laufrad- und Reifenhersteller. Da die Franzosen ihre Tubeless-Technologie von Beginn an als System zwischen Felge und Reifen entwickelt hätten, würden die Dimensionen perfekt zueinander passen. Die Fertigungstoleranzen seien ausgesprochen gering, wodurch nicht nur hohe Leistung, Langlebigkeit und Sicherheit, sondern auch einfache Montage garantiert werden könne. RoadBIKE konnte sich selbst überzeugen: Das Auf- und Abziehen des Reifens auf die Tubeless-Felge kann ohne Werkzeug per Hand erfolgen, der benötigte Kraftaufwand ist vertretbar. Ausführliche Labor- und Praxistests folgen.

Foto: Mavic

vergrössern

Damit der Reifen trotzdem sicher sitzt, weist das Felgenbett zwei umlaufende Höcker auf. Wird der Reifen aufgezogen und mit Luft gefüllt, knackt es zweimal deutlich vernehmbar, wenn die Wulstkerne über die Höcker gepresst werden und "einrasten". Dadurch soll auch gewährleistet sein, dass man im Falle eines Defekts den platten Reifen auf der Felge weiterfahren kann.

Auch die Gummi-Mischung des Tubeless-Reifens wurde komplett neu entwickelt, Unterschiede zwischen Vorder- und Hinterreifen gibt es künftig nicht mehr.

Komplette Tubeless-Produktpalette

Die neue Felgenform kommt sowohl bei Alu- als auch Carbonfelgen zum Einsatz. Ob Comete, Cosmic, Ksyrium oder Allroad - quasi jedes Straßen-(und Cyclocross-/Gravel-) Laufrad von Mavic kommt zur Saison 2018 mit der neuen Tubeless-Technologie. Eine Ausnahme sind die beliebten Cosmic Pro Carbon (Alu-Felge mit Carbon-Hochprofil-Verkleidung), die erst zur Saison 2017 überarbeitet wurden und voraussichtlich bis 2019 auf ihr Tubeless-Update warten müssen.

Mavics Tubeless-Laufräder sollen mit Aluminiumfelgen ab sofort erhältlich sein, Modelle mit Carbonfelge kommen ab August.

Modell Gewicht Preis
Comete Pro Carbon SL Disc 1755 Gramm 1899 Euro
Comete Pro Carbon SL 1635 Gramm 1799 Euro
Cosmic Pro Carbon SL Disc 1570 Gramm 1899 Euro
Cosmic Pro Carbon SL 1450 Gramm 1799 Euro
Cosmic Elite Disc 1770 Gramm 475 Euro
Cosmic Elite 1850 Gramm 449 Euro
Ksyrium Pro Carbon SL Disc 1510 Gramm 1899 Euro
Ksyrium Pro Carbon SL 1390 Gramm 1799 Euro
Ksyrium Pro Disc 1620 Gramm 999 Euro
Ksyrium Pro 1420 Gramm 949 Euro
Ksyrium Elite Disc 1690 Gramm 649 Euro
Ksyrium Elite 1520 Gramm 600 Euro
Allroad Pro Disc 1660 Gramm 999 Euro
Allroad Elite Disc 1720 Gramm 749 Euro
Allroad Elite 1600 Gramm 699 Euro

Mehr Neuheiten rund ums Rennrad


Mobile Ansicht | Webansicht