Campagnolo: Neue Super Record EPS 12fach

Die neue Super Record EPS von Campagnolo.
Foto: Campagnolo

Noch effizienter, noch präziser, noch vielseitiger: Campagnolo hat seine neue Super Record EPS präsentiert.

Egal ob 8fach, 9fach, 10fach oder 11fach: Schon mehrfach hat Campagnolo mit seinen Rennradgruppen neue Maßstäbe gesetzt. Zuletzt hatte der italienische Traditionshersteller im vergangenen Jahr als erster den 12fach-Antrieb fürs Rennrad präsentiert. Jetzt legt Campagnolo nach und hat - wie erwartet - auch die nächste Generation seiner elektronischen EPS-Schaltgruppe mit dem zwölften Ritzel ausgestattet. Allerdings zunächst nur bei der Top-Gruppe Super Record. Eine Record EPS 12fach steht hingegen noch aus.

Kurz&Knapp

  • Name: Campagnolo Super Record EPS
  • Gewicht: 2505 g (Disc)/2255 g (Felge)
  • Preis: 4677 Euro (Disc)/4327 Euro (Felge)
  • Bremsen: Felgenbremse und Disc (140er oder 160er Scheiben)
  • Kassetten: 11-29, 11-32
  • Kurbeln: 53/39, 52/36, 50/34
  • Kurbellängen: 165, 170, 172,5, 175

Was sind die wesentlichen Neuerungen?

Angesichts der bereits im vergangenen Jahr gezeigten 12fach-Antriebe muss man mit Blick auf die neue Super Record EPS eher von einer Evolution als einer Revolution sprechen. Im wesentlichen galt es, die EPS-Umwerfer und -Schaltwerk auf das 12-Speed-Antriebssystem zu übertragen. Die Verbesserungen dabei liegen vor allem in zahlreichen Details, die oftmals nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind. So wurde unter anderem die Ergonomie der Ergopower Bremshebel noch weiter optimiert, beispielsweise mit einer noch angenehmeren, noch weicheren Gummi-Mischung. Auch der Daumenhebel wurde leicht vergrößert, um ihn besser erreichbar zu machen. Das verbesserte Design soll auch dazu beitragen, dass durch eine bessere Hebelwirkung noch geringere Handkräfte für das Bremsen nötig sein sollen. Weiteres Highlight am Ergopower ist das neue Multishift: Hält man die Schalttaste gedrückt, werden bis zu 11 Gänge auf einmal durchgeschaltet für noch raschere Gangwechsel. Der Umwerfer ist dabei so designt, dass sämtliche 12 Ritzel auf der Kassette mit beiden Kettenblättern fahrbar sind, das Trimmen des Umwerfers, um ein Schleifen am Umwerferkäfig zu vermeiden, übernimmt dabei die EPS-Steuerungseinheit voll automatisch. Im Vergleich von Felgen- und Scheibenbremsversion soll der neue Ergopower-Disc-Hebel nur 8 mm höher sein als sein Felgenbrems-Pendant.

Ebenfalls überarbeitet wurde die neue Schnittstelle, die mit einer doppelten internen Antenne ausgestattet ist und sowohl per ANT+ als auch Bluetooth mit externen Geräten wie Garmin-Computern oder Smartphones verbunden werden kann. Dank des verbesserten Designs kann sie sowohl unter dem Vorbau, im Lenkerende oder aber auch im Unterrohr verbaut werden. Der neue Akku soll mit sämtlichen Rahmen auf dem Markt kompatibel sein und über 10% mehr Kapazität für noch selteneres Aufladen verfügen.

Der neue Umwerfer soll künftig noch zuverlässiger und präziser arbeiten, dank des stärkeren Motors soll auch das Schalten unter Last kein Problem sein. Gleiches gilt für das verbesserte Schaltwerk, das es nur noch mit einer Käfiglänge gibt, die mit den beiden neuen Super Record Kassetten kompatibel ist. Zur Wahl stehen künftig eine 11-29 und eine 11-32 Kassette. Damit sollen Rennradfahrer für alle Einsatzzwecke ausgerüstet sein. Der große Vorteil des 12. Ritzels laut Campagnolo ist, dass bis zum 7. Ritzel jeweils nur ein Zahn dazu kommt, erst dann beginnen die etwas größeren Sprünge. Die Kassetten sind mit den bisherigen Freilaufbreiten kompatibel.

Bei den Bremsen übernimmt die neue Super Record EPS die Felgenbremse von der bereits im vergangenen Jahr vorgestellten Super Record. Bei den Scheibenbremsen gibt es einige Verbesserungen im Detail. Vor allem die neuen Bremsbeläge aus einem Bio-Harz-Verbundwerkstoff sollen zu einer noch besseren, modulierbareren Bremsperformance beitragen.

Wie fährt sich die neue Super Record EPS

Foto: Campagnolo

ROADBIKE hatte die Möglichkeit, die neue Super Record EPS Disc ausführlich Probe zu fahren. Dabei bestätigte sich der sehr gute Eindruck, den die neuen 12fach-Gruppen bereits im vergangenen Jahr hinterlassen haben. Das 12. Ritzel sorgt für ein sehr breites, fein abgestuftes Gangspektrum, mit dem sich für fast jedes Terrain die perfekte Übersetzung finden lässt. Nerviges hin- und herschalten auf der Suche nach dem besseren Gang gehört in der Regel der Vergangenheit an. Die neue EPS besticht dabei durch ein sehr präzises, knackig-sportliches Schaltverhalten, das sehr direkt reagiert. Auch die Möglichkeit, quasi die komplette Kassette in einem Zug durchzuschalten, gefällt. Über die "My Campy"-App lässt sich die EPS zudem noch weiter personalisieren und anpassen. Extrem beeindruckend präsentiert sich auch die aktuelle Generation von Campagnolos Scheibenbremse. Sie lässt sich sehr gut modulieren und die Bremskraft anpassen.

Zu guter Letzt: Gewichte und Preise

Campagnolos Super Record EPS soll in der Felgenbrems-Variante 2255 g wiegen und damit - trotz des zusätzlichen Ritzels - nur 125 g mehr als die alte Super Record EPS. Als Scheibenbrems-Variante soll sie laut Campagnolo 2505 g auf die Waage bringen.

Preislich gibt es die Super Record EPS für 4327 Euro für die Felgenbrems-Version, die Disc-Version kostet 4677 Euro.

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