Für Felge und Disc: Das neue Colnago C64

Das neue Colnago C64.
Foto: Colnago

Neues von Colnago: Die italienische Traditionsschmiede hat jetzt ihr neues Top-Modell C64 gezeigt. Es kommt sowohl für Felgen- als auch für Scheibenbremsen.

Einzigartig: Das ist das Wort, das einem spontan zum neuen Colnago C64 einfällt. Das Rahmendesign des neuen Topmodells fügt sich nahtlos in die vom italienischen Traditionshersteller gewohnte Formensprache ein und sorgt so sofort für einen extrem hohen Wiedererkennungswert. Colnago-Rennräder stechen aus der Masse heraus und fallen direkt ins Auge. Typisch sind sowohl die kreuzförmigen Rohrquerschnitte als auch die einzeln in Italien gefertigten Verbindungsteile wie Steuerrohr, Tretlager, etc. die an den klassischen Stahlrahmenbau mit seinen Muffen erinnert.

Kurz und knapp

  • Das Colnago C64 ist der Nachfolger des bisherigen Topmodells C60
  • Versionen Felgen- und Scheibenbremsen
  • Das Rahmenset soll in Größe 56 weniger als 950 g wiegen
  • Der Rahmenset des C64-Disc soll nur 15 g mehr wiegen
  • Die Preise schwanken je nach Ausstattung zwischen 8000 und 12000 Euro
  • Das Rahmenset soll rund 4500 Euro kosten

Version für Felgen- und Scheibenbremse

Zwei Jahre hat man in Cambiago an dem neuen Top-Modell gearbeitet, das es ab sofort sowohl als Version mit klassischer Felgenbremse als auch als Disc-Version geben wird. Dafür hat man das bisherige C60 komplett überarbeitet: Die Gabel soll dabei sowohl steifer für ein besseres Fahrgefühl geworden sein und gleichzeitig dem Fahrer mehr Komfort bieten. Die Disc-Gabel ist auf 12-mm-Stechachsen ausgelegt, bei der Version für die Felgenbremse setzt man auf die Direct-Mount-Befestigung. Die 355 g schwere Gabel ist zusätzlich um 5 mm länger geworden, um breitere Reifen aufnehmen zu können. Bis zu 28 mm sollen es beim Felgenbrems-Modell sein, beim Disc-Modell noch etwas mehr. Und – nicht zuletzt – sind die Ausfallenden nun nicht mehr als Alu, sondern komplett aus Carbon.

Im Steuerrohr hat man die Steuerlagerschalen optimiert, die aus einem speziellen Carbon-Nylon-Elastomer-Gemisch bestehen, um Vibrationen der Straße zu absorbieren und dem Fahrer mehr Komfort zu bieten. Zudem wurde ein Vorbau entwickelt, der die Züge für eine cleane Optik in der Front aufnehmen kann. Auch im Unterrohr verbergen sich einige Verbesserungen. Es nicht nur wie alle anderen Carbonteile leichter geworden, sondern die Befestigung für den Flaschenhalter wurde in eine Vertiefung gelegt. Das soll einen aerodynamischen Vorteil bieten, auch wenn die Aerodynamik bei der Entwicklung des C64 nicht im Vordergrund gestanden hat. Das Tretlager wurde ebenfalls optimiert, unter anderem wurde die Zugführung integriert, um durch einen größeren Umlenk-Radius eine bessere Schalt-Performance zu erreichen. Beibehalten wurde das von Colnago entwickelte Threatfit82.5-Innenlagergehäuse. Gemeinsam mit Ceramic Speed wurde ein Innenlager entwickelt, das sowohl für Shimano, Sram und Campagnolo geeignet ist.

C64: Rahmengewicht unter 950 g

Insgesamt soll der C64-Rahmen für Felgenbremsen in Größe 56 knapp unter 950 g wiegen, der Disc-Rahmen nur ein Mehrgewicht von 15 g aufweisen. Damit ist es laut Colnago rund 200 g leichter als das C60, beim Disc-Modell soll die Gewichtsersparnis bei 270 g liegen.

Auf der Straße gefällt die kompakt-sportliche Geometrie des C64 sofort. Die Lenkung fühlt sich direkt an, das C64 wird aber dennoch auch bei hohen Geschwindigkeiten nicht unruhig und vermittelt ein absolut sicheres Gefühl auf dem Rad. Zudem beschleunigt das Rad sehr willig. Dank der guten Steifigkeit folgt es den Lenkbewegungen präzise. Es mag Räder mit einer größeren Laufruhe geben, aber insgesamt macht das C64 als klassisches Rennrad für jeden Einsatzbereich einfach nur Spaß.

Rahmenset für individuellen Aufbau

Allerdings ist das Vergnügen nicht ganz billig, die Preise des C64 liegen je nach Ausstattung voraussichtlich zwischen 8000 und 12000 Euro, für das Rahmenset werden rund 4500 Euro fällig. Generell legt man bei Colnago einen großen Wert auf Individualisierbarkeit, betont Davide Fumagalli von Colnago. Im Gegensatz zu vielen anderen Radherstellern verkaufe man immer noch viele Rahmensets, sodass sich jeder sein Colnago nach seinen Wünschen aufbauen könne. Dem trägt man bei Colnago auch mit einem neuen Innenlager Rechnung, das möglichst alle gängigen Kurbeln aufnehmen soll. Wer lieber zum Komplettrad greift: Vom C64 sollen sowohl Modelle mit Shimano, Sram und Campagnolo angeboten werden, auch ein Campagnolo-Disc-Modell soll erhältlich sein.

Das Felgenbrems-Modell des Colnago C64 soll umgehend, die Disc-Variante ab Mai in den Läden erhältlich sein.