Cyclocross-Blog 2018/19

Selbstversuch Querfeldein-Lizenzrennen: Mein Winter im Schlamm

RB-Redakteur Moritz Pfeiffer beim Cyclocross
Foto: Gustavo Enzler

RoadBIKE-Redakteur Moritz Pfeiffer hat das Querfeldein-Fieber gepackt - bislang in der Hobbyklasse. In diesem Winter startet er erstmals bei Lizenzrennen. Über seine Erfahrungen und die Cross-Szene schreibt er in diesem Blog.

Die (Schnaps-) Idee

Blog-Eintrag vom 28. September 2018:

Ja, ich gebe zu: Ich bin infiziert vom Querfeldein-Virus. Cyclocross, wie es neu-deutsch heißt, macht mir saumäßig Spaß! Auf einem Rennrad nicht über Asphalt cruisen, sondern durchs Gelände pflügen, über schlammige Wiesen, durch dunkle Wälder, steile Abhänge rauf und wieder runter, vom Rad springen, es schultern, eine Treppe hinauf oder über ein Hindernis, aus vollem Lauf wieder aufspringen... bei all diesen Dingen leuchten meine Augen.

Was ist Cyclocross/Querfeldein eigentlich genau? Es ist ein Wettkampfsport, der - so die Definition des Bundes Deutscher Radfahrer - "überwiegend von September bis Februar im Freien Gelände, auf Straßen, Feld-, Wald- und Wiesenwegen und über natürliche oder eingebaute Hindernisse durchgeführt wird", auf Rundkursen zwischen 2,5 und 3,5 Kilometern Länge, "wovon mindestens 90% befahrbar sind." Gestartet wird im Massenstart aus einer Startaufstellung in verschiedenen Leistungsklassen, die Rennlänge wird in Minuten gemessen (von 20 Minuten für die Rennklasse Schüler*innen U15 bis 60 Minuten für die Elite).

Foto: RV Schwalbe Leonberg RB-Redakteur Moritz Pfeiffer beim Cyclocross

Langer Anlauf

Cyclocross ist eine Leidenschaft, die sich langsam bei mir entwickelt hat, über Jahre. 2005 habe ich mir mein erstes Crossrennrad gekauft. Im Winter nutzte ich es, um Abwechslung ins Training zu bringen und neue Strecken zu erkunden: Schotterwegen und leichte Trails. An Rennen dachte ich damals nicht, und die indiskutable Bremsleistung der montierten Cantilevers förderten nicht unbedingt mein Zutrauen. 2013 gönnte ich mir mein zweites Querfeldein-Rad, erstmals mit einer Scheibenbremse, mechanisch per Bowdenzug angesteuert. Meine Ausfahrten wurden länger und technisch anspruchsvoller (wobei jeder halbwegs begabte Mountainbiker wohl nur ein müdes Lächeln aufbringen würde).

Anfang 2016 startete ich dann aus purer Neugier bei meinem ersten Hobbyrennen. Ich war ein kompletter Anfänger. Start aus einer Startaufstellung, man muss zehn Minuten vorher da sein? Nie gehört. Fahrtechnik-Training? Ein paar YouTube-Tutorials. Aber es machte Spaß (einen Bericht - verfasst als damaliger freier Mitarbeiter von Velomotion - gibt es hier).

Seither hat mich das Cyclocross-Fieber gepackt. Immer wieder verfolge ich via Livestream die großen Profi-Crossrennen, fiebere mit, wenn Matthieu van der Poel und Wout van Aert, Sanne Cant, Marianne Vos und Co. sich duellieren. Und jedes Jahr wächst die Zahl an Hobbyrennen, an denen ich teilnehme. Die Ergebnisse? Gesundes Mittelfeld mit Ausreißern nach oben und unten. Mal eine Top-Ten-Platzierung, bei kleinem Teilnehmerfeld sogar mal ein Podiumsplatz, mal Niemandsland in der Ergebnisliste.

Exkurs: Lizenzrennen

Je näher die Cross-Saison 2018/19 rückte, desto häufiger stellte ich mir die Frage: Bei welchen Rennen und - vor allem - in welcher Klasse will ich starten? Um diese Frage zu verstehen, muss man das Wettkampfwesen im deutschen Radsport kennen. Dieses teilt sich in Jedermann-, Lizenz- und Hobbyrennen auf.

In aller Kürze: Jedermannrennen sind oft große Veranstaltungen, deren Ausrichter - z.B. Event-Agenturen - kommerzielle Interessen verfolgen. Teilnehmen können quasi alle, die bereit sind, das oft etwas höhere Startgeld zu bezahlen. Auch wer eine Rennlizenz besitzt, darf bis zu einer gewissen Leistungsklasse mitfahren. Lizenzrennen hingegen werden ehrenamtlich von Radsportvereinen ausgerichtet, die Durchführung ist klaren Regeln unterworfen, die der Dachverband Bund Deutscher Radfahrer (BDR) vorgibt. Die Startgebühren sind erheblich geringer, teilnehmen darf aber nur, wer eine Rennlizenz besitzt - eine kleinen Karte, die man am Renntag beim Veranstalter abgibt und im Gegenzug seine Startnummer erhält. Um eine Jahreslizenz zu lösen, muss man Mitglied in einem Radsportverein sein. Seit 2017 gibt es zudem Tageslizenzen, von denen man bis zu fünf in einem Kalenderjahr lösen darf, um an einem Rennen teilzunehmen. Hobbyrennen wiederum bieten viele Radsportvereine im Rahmenprogramm ihrer Lizenzrennen an, zugelassen sind ausschließlich Starter*innen ohne Lizenz. Die Startgelder sind oft erheblich günstiger als bei Jedermannrennen, die Rennen dafür aber in der Regel auch deutlich kürzer, die Strecken nicht selten weniger attraktiv.

Foto: RV Schwalbe Leonberg

Rückkehr zu den Wurzeln

Irgendwann reifte bei mir der Entschluss: Nach meinen Erfahrungen in der Cyclocross-Hobbyklasse starte ich im Winter 2018/19 erstmals mit Lizenz. Die Reaktion der anderen Redakteure auf meine Ankündigung waren zweifelnde, manchmal feixende Gesichter: "Warum tust du dir das an?" - "Du weißt schon, dass du da mit der Elite mitfährst bzw. hinter ihr her?" - "Hast du bei den Hobbyrennen nach 30 Minuten Vollgas wirklich immer gedacht: Och, könnte eigentlich noch mal genau so lange so weitergehen?" Manche Kommentare legen den Finger genau in die Wunde, bzw. stellen genau die Fragen, die sich mir auch aufdrängen: Ist das nicht eine totale Schnapsidee, werde ich da nicht gnadenlos abgehängt, überrundet und im schlimmsten Fall aus dem Rennen genommen? Halte ich überhaupt 60 Minuten Cross-Rennen durch? Fängst du dir nicht wie jeden Winter irgendeine hartnäckige Infektion und bist sowieso total früh weg vom Fenster?

Trotzdem steht mein Entschluss fest. Es ist quasi eine Rückkehr zu meinen Wurzeln als Rennradfahrer: Nach der Jan-Ullrich-Tour 1997 bin ich in einen Radsportverein eingetreten, um Rennen zu fahren. In den Altersklassen Jugend U17, Junioren U19 und Männer U23 startete ich bei unzähligen Lizenzrennen, vor allem in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, zwar ohne jeden zählbaren Erfolg, aber mit Faszination und Begeisterung. Irgendwann entdeckte ich dann Radmarathons und Jedermannrennen für mich und ließ das allzu ambitionierte Radfahren auch mal einige Zeit schleifen.

Insofern bin ich sehr gespannt, was mich beim Selbstversuch Lizenzrennen Querfeldein erwartet. Meine Ziele sind: Spaß haben, Erfahrungen sammeln und Werbung machen für eine faszinierende Facette des Rennradsports. Insofern lade ich alle interessierten Leserinnen und Leser ein, mich auf meinem Weg durch die kommenden Monate zu begleiten!

Rennen/Ergebnisse

Geplante bzw. absolvierte Rennen mit Ergebnis:

6.10.2018: Mannheim (21 Starter, 15. Platz)
3.11.2018: Wyhl (20 Starter, 20. Platz)
11.11.2018: Deutschland Cup Cross Magstadt (49 Starter, 43. Platz)
17.11.2018: Öschelbronn (10 Starter, 10. Platz)
15.12.2018: Trainingsrennen Leonberg (15 Starter, 9. Platz/ 14 Starter, 7. Platz)

Mein bisheriges Training + Fahrtechnik

Blogbeitrag vom 4. Oktober 2018:

Wie macht man sich fit für Cyclocross-Lizenzrennen? Ehrliche Antwort: Kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, da ich noch nie welche gefahren bin. Um allgemeingültige Antworten zu geben, werde ich in den kommenden Wochen mit (Ex-)Profis und Trainern sprechen und Tipps und Tricks einholen. Bis dahin gebe ich einen kurzen Einblick, wie ich in den letzten Jahren und auch bisher für diese Cross-Saison trainiert habe.

Einen Großteil meiner Jahreskilometer sammle ich beim Pendeln mit dem Rad zur Arbeit. Wellige 40 Kilometer misst eine Strecke, für die ich zwischen anderthalb und eindreiviertel Stunden brauche. Zweimal pro Woche wird eine Strecke geradelt, selten mehr. Dazu kommen hin und wieder einstündige Ausfahrten in der Mittagspause plus in der Regel eine zirka zwei-stündige Radeinheit am Wochenende. Wenig, mag mancher einwerfen, aber als in Vollzeit arbeitender junger Familienvater ist Zeit ein kostbares Gut.

Foto: Hirsch-Sprung

Mit meinen Trainingsumfängen waren Hobby-Crossrennen bisher gut machbar, denn nach 30 bis 40 Minuten Vollgas ist alles vorbei. Das verlangt eben naturgemäß ein anderes Training als ein Ötztaler Radmarathon oder ein 120 Kilometer langes Jedermannrennen.

Cross-spezifisch trainiere ich immer bei meinen Wochenendausfahrten: Auf einem alten Asche-Sportplatz mit seitlichen Grashängen oder einer großen Lichtung im Wald baue ich mir meine ganz eigenen Cyclocross-Rundkurse. Trinkflasche, Satteltäschchen oder Armlinge werden dann zu Wendepunkten, Treppen, Baumstämme und umgekippte Bänke zu Hindernissen, Beachvolleyball-Felder zu Sandbunkern. Mal sind die Kurse technisch anspruchsvoller, mal gibt es viele lange Geraden und höhere Geschwindigkeiten. Einzige Bedingung, die ich mir auferlege: Ich muss mindestens einmal pro Runde ab- und aufspringen müssen. Steht meine Strecke, starte ich aus dem Stand und fahre meist fünf Runden bzw. zehn Minuten Vollgas. Zehn Minuten dahinrollen und vollständiges Erholen. Dann wieder fünf Runden Vollgas. Das ganze drei bis vier Mal. So kommen dreißig Minuten hochintensives Fahren zusammen, die zudem die Fahrtechnik schulen. Mit An- und Abfahrt sowie Erholungspausen ist nach anderthalb, höchstens zwei Stunden Schluss. Unbezahlbar: die entgeisterten Blicke der vorbei kommenden Spaziergänger... Wie gesagt: Bisher war dieses Training ausreichend, um in der Hobbyklasse im vorderen Mittelfeld mitzufahren. Ob es auch für Lizenzrennen reicht - und mit welchem Ergebnis - wird sich zeigen.

Fahrtechnik

Doch die Physis ist beim Cyclocross nur die halbe Miete. Ohne Fahrtechnik geht gar nichts. Wie es richtig geht, zeigten mir zu Beginn der Saison 2017/18 zwei Meister des Fachs vom Stevens Racing Team: Jens Schwedler (Deutscher Querfeldeinmeister 2002 und 2005 sowie Masters-Weltmeister 2009 und 2010) und Paul Lindenau (Gesamtsieger U23 Deutschland-Cup Cross 2017/18, Deutscher Jugendmeister Querfeldein 2012). Für ein ROADBIKE-Special über Cyclocross-Fahrtechnik verbrachten wir einen gemeinsamen Tag auf und abseits des Rads, Lindenau stand zudem Rede und Antwort im ROADBIKE-Interview.

Foto: Dennis Stratmann

Die richtige Fahrlinie wählen, durch tiefen Sand pflügen, abspringen, Rad schultern, aufspringen... Es war ein lehrreicher Tag. Und trotz meiner 35 Jahre, von denen ich immerhin 20 auf dem Rennrad und über 10 auf dem Crosser verbracht habe, kam ich mir vor wie ein gänzlich unbedarfter Frischling. Wenn ich ängstlich in die Bremse griff, fuhren Schwedler und Lindenau noch in Oberlenkerhaltung. Beim ersten Versuch, ein Hindernis zu überspringen, stieg ich wenig elegant über den Lenker ab und überschlug mich im Matsch - meine Begleiter bemerkten es nicht oder verkniffen sich kollegial jeden Kommentar. Und ging es im Gelände oder auf einem unserer abgesteckten Rundkurse drei-vier Mal um die Ecke, waren die beiden Ruckzuck einige Radlängen voraus.

Meine Empfehlung: einmal die Fahrtechnik richtig erklären lassen von jemandem, der Ahnung hat von Cyclocross, oder in Online-Tutorials die wichtigsten Techniken recherchieren, und dann unbeobachtet üben, üben, üben. Mit jeder Ausfahrt und jedem gezielten Technik-Training wird man ein Stückchen besser gewinnt mehr Sicherheit und profitiert auch in hohem Maße auf dem normalen Straßenrennrad. Und ganz nebenbei: Es macht richtig Spaß!

Mit diesem bisherigen Training in Sachen Physis und Fahrtechnik geht es nun ins erste Lizenzrennen. Ich bin gespannt, wo ich stehe...

Foto: Dennis Stratmann

Das erste Rennen

Blog-Eintrag vom 8. Oktober 2018:

15. Platz im ersten Lizenz-Crossrennen! Das klingt doch mal richtig gut! Wie viele denn am Start standen? Interessante Frage, naja, hüstel, 21. Da ist Platz 15 doch immer noch ganz okay. Wie viele das Rennen beendet haben? Nun ja, wenn man es genau nimmt, ganz streng nachgezählt… 15.

Wie man es dreht oder wendet: Ich bin Letzter geworden in meinem ersten Querfeldein-Lizenzrennen… Natürlich haben es sechs Fahrer aufgrund von Stürzen und Defekten gar nicht erst ins Ziel geschafft, und das gehört bei einem Radrennen nun mal dazu. Aber so lange diese Fahrer noch im Rennen waren, lagen sie vor mir, und unterm Strich war ich einfach nicht in der Lage, das Tempo mitzugehen, das an der Spitze, im Mittelfeld oder selbst weiter hinten gefahren wurde. Aber der Reihe nach.

Foto: Moritz Pfeiffer

Das Starcross-Rennen in Mannheim Anfang Oktober ist eine als Lizenz- und Hobbyrennen ausgeschriebene karitative Veranstaltung mit zusätzlichem Spendenlauf, deren Erlöse dem Kinderhospiz Sterntaler zugute kommen. Eine erkleckliche Zuschauerzahl hat sich eingefunden, dazu lokale Journalisten und Fernsehsender und Promi Joey Kelly zur Erhöhung der Sichtbarkeit. Eine angenehme Atmosphäre mit hohem Spaßfaktor, wo nicht alles mit letztem Ernst vonstatten geht: Die Startaufstellung wird – entgegen den offiziellen Wettkampfbestimmungen – nicht nach der BDR-Rangliste vorgenommen, sondern in einem Bunnyhop-Contest ermittelt. Nach dem Hobbyrennen steht noch ein Bierrennen auf dem Programm, bei dem die Teilnehmer auf verkürzter Strecke jede Runde einen Becher Hopfen und Malz - Gott erhalt´s - trinken. Ein gutes Ambiente, wie ich finde, um in den Cross-Lizenzsport einzusteigen.

Neben mir am Start steht Lukas Hoffmann, Online-Redakteur beim Schwester-Magazin MOUNTAINBIKE, im späteren Hobbyrennen greift auch ROADBIKE-Online-Redakteur Sebastian Hohlbaum ins Geschehen ein. Die Strecke ist eine zirka zwei Kilometer lange Ansammlung von engen Kehren, kurzen, aber steilen Rampen und Abfahrten, Mini-Sand- und Kiespassagen sowie Hindernissen in Form von querliegenden Balken, dazu ein paar lange Geraden über losen Schotter oder Wiese.

Nach dem Start liege ich schnell an letzter Position und verteidige diese bis ins Ziel. Redakteurs-Kollege Lukas Hoffmann geht es nicht viel besser, er wird Vorletzter. Immerhin sammle ich einige Erfahrungen.

Foto: Sebastian Hohlbaum

Erkenntnisse aus dem ersten Rennen

1. Crossrennen machen mir auch abgehängt Spaß - einfach, weil mir das Fahren an sich Spaß macht. Abgesperrte Strecke, herausfordernder Parcours, eine Fahrlinie, die jede Runde ein kleines bisschen besser wird, körperliche Anstrengung, klatschende Zuschauer - all das gefällt mir. Natürlich wäre es schön, weiter vorne mitzufahren, aber ich steige bei Rennende nicht frustriert vom Rad.

2. Die Reifenwahl entscheidet maßgeblich über das Wohlbefinden unterwegs. Ich habe gefühlt als Einziger Semislicks aufgezogen und komme in bestimmten Kurven immer wieder ins Rutschen.

3. Ich mag die längere Renndauer. Als ich nach 30 Minuten zum ersten Mal auf die Uhr schaue, bin ich froh, dass das Rennen nicht schon in die Schlussphase geht (wie es in der Hobbyklasse der Fall wäre). Wenn ich für ein Rennen in der Weltgeschichte herum fahre, will ich auch was davon haben. Aufwand und (Zeit-)Ertrag stehen in der Lizenzklasse in einem besseren Verhältnis als in der Hobbyklasse.

4. 60 Minuten Renndauer + eine Runde sind trotzdem lang. Im Ziel habe ich 72 Minuten mit Vollgas in die Pedale getreten. An den Händen bilden sich durch das ständige Geschüttel und Geschaukel Blasen, und ich sollte definitiv mehr für die Rückenmuskulatur tun.

Foto: Sebastian Hohlbaum RB-Redakteur Moritz Pfeiffer beim Cyclocross

5. Die Beine sind eigentlich ganz gut. Die anderen Fahrer sind einfach schneller und technisch versierter. Meine Geschwindigkeit lässt in der zweiten Rennhälfte nur unwesentlich nach, am Ende beträgt sie im Durchschnitt 18,1 km/h.

6. Die Elite-Klasse ist schneller als die Hobbyklasse. Der Sieger im Lizenzrennen fuhr über die deutlich längere Renndistanz eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 21,4 km/h, im Hobbyrennen waren es 20,7 km/h. RB-Redakteur Sebastian Hohlbaum fuhr dort mit 19,5 km/h auf einen guten 6. Platz, weiter hinten wurden 16 km/h und weniger gefahren.

7. In der Lizenzklasse gibt es nicht das enorme Leistungsspektrum der Hobbyklasse, wo alles fährt - vom blutigen Anfänger bis hin zum Tiefstapler, der problemlos auch im Lizenzrennen starten könnte, aber die Hobbyklasse vorzieht (wegen der besseren Platzierungen und leichteren Siegmöglichkeiten?). Im Lizenzrennen wissen die meisten, worauf sie sich einlassen - und entscheiden sich bewusst dafür.

8. Letzter Platz im ersten Rennen - das bedeutet enormes Verbesserungspotenzial :-)

Schade finde ich bei diesem ersten Lizenzrennen, das ich hautnah erlebe, dass nur ein überschaubares Fahrerfeld am Start steht. Zum einen denke ich natürlich aus ganz pragmatischen Gründen so - mehr Teilnehmer erhöhen meine Chancen, nicht Letzter zu werden. Zum anderen wäre einem faszinierenden Sport wie Querfeldein aber einfach eine größere Aufmerksamkeit und eine breitere Athleten-Basis zu wünschen - insbesondere im Nachwuchsbereich, nicht zuletzt, um international nicht den Anschluss zu verlieren.

Foto: Moritz Pfeiffer Ergebnisliste Starcross Mannheim 2018

Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie repräsentativ das Starcross Rennen in Mannheim ist mit seiner besonderen Atmosphäre, der zeitgleich noch laufenden Straßensaison und den immerhin fünf weiteren Cross-Rennen am gleichen Tag im Bundesgebiet.

Die nächsten Rennen werden Gelegenheit geben, die ersten Eindrücke zu erweitern. Bis dahin dauert es nun ein paar Wochen. Zeit zu trainieren, Interviews zu führen, Tipps und Tricks abzugreifen. Bis dahin :-)

Tipps und Tricks – ein Anruf bei Querfeldein-Experte Ole Quast

Blogbeitrag vom 31. Oktober 2018:

Wenn man im ersten Rennen Letzter wird, kann es ja nur besser werden. Um Ideen, Tipps und Tricks zu sammeln, rufe ich Ole Quast an. Der 29-jährige Hamburger war zwei Mal Deutscher Querfeldeinmeister, hat sieben Mal den Deutschland-Cup in der Nachwuchs- und Eliteklasse gewonnen, startete international bei Weltcuprennen und Weltmeisterschaften – und gewann unter anderem den Frankfurter Radcross 2006 vor einem gewissen Peter Sagan. Angebote von internationalen Teams schlug Ole Quast jedoch aus, weil er immer auch ein berufliches Standbein neben dem Sport haben wollte – er machte sein Abitur, absolvierte eine Ausbildung, schloss sein Studium zum Wirtschaftsfachwirt ab.

Foto: Heike Lindenau Der Querfeldeinrennfahrer Ole Quast

2017 fuhr Ole Quast sein letztes Crossrennen. „Es war dann irgendwann genug. Ich bin froh, heute mehr Zeit für mich selbst und für andere Projekte zu haben“, erklärt er am Telefon, „und es macht wenig Spaß, wegen des geringeren Trainingsumfangs nur noch zwischen Platz zehn und fünfzehn bei Rennen ins Ziel zu kommen, die du früher gewonnen hast.“ Ganz abgeschworen hat Ole Quast dem Cyclocross aber nicht – in Workshops und Fahrtechnikkursen gibt er sein Know-How an Freizeitsportler weiter.

Langsam fahren, um schnell zu fahren

Sein wichtigster Tipp: „Wer besser werden will, muss richtig trainieren. Das klingt banal, ich erkläre es gleich näher. Meiner Erfahrung nach gibt es zwei Sorten von Rennradfahrern: Leute, die Rennradfahren, und Leute, die trainieren fahren. Die einen fahren eine schöne Runde, erleben was und sehen was. Dabei können sie durchaus auch lange ein ekliges Grundtempo halten, und gegen diese Art des Radfahrens ist auch gar nichts zu sagen. Aber die werden nie richtig schnell sein oder gar ein Rennen gewinnen. Die anderen dagegen wissen, wann sie langsam und wann sie schnell fahren müssen. Die fahren gezielt irgendwo hin, um ein Trainingsprogramm zu absolvieren, beim Cyclocross zum Beispiel auf einem selbst angelegten, kurzen Rundkurs. Wenig sexy, wenig abwechslungsreich. Aber da powern die sich dann gezielt in Intervallen aus und pushen sich so auf ein viel höheres Level. Die gucken auch nicht in die schöne Landschaft, sondern höchstens überkreuz.“ Laut Ole Quast ist es eine Kunst, zwischen den Einheiten oder auf dem Heimweg bewusst auch langsam zu fahren. „Klar, wenn einen der Trekking-Radler überholt oder bergauf die Oma auf dem E-Bike, will man das nicht. Aber aktive Erholung, das heißt, ruhiges Dahinrollen mit niedriger Intensität, ist ein Teil des Trainings, es dient einem Zweck. Und es ist ziemlich blöde, den Trainingserfolg aufs Spiel zu setzen, weil einem ein Zacken aus der Krone bricht oder ein bestimmter Schnitt auf dem Tacho stehen soll. Der Moment, in dem es wirklich gilt, ist schließlich der Renntag, da heißt es all out, da soll dann keiner vor einem landen, der nicht auch tatsächlich besser ist.“

Wer richtig schnell fahren will, muss also Disziplin, Fleiß und Sorgfalt aufbringen sowie die mentale Bereitschaft, Wiederholungen zu ertragen. Eine ganz andere Art des Rennradfahrens, und jeder muss für sich entscheiden, ob er das will – zumindest für eine gewisse Zeit.

Knackpunkt Fahrtechnik

In meinem Fall habe ich das sogar gemacht. Trotzdem letzter Platz. „Beim Cyclocross kommt es auf tausend Kleinigkeiten an“, erklärt Ole Quast, „es bringt nichts, wenn du dir den wahnsinnigen Bums in die Beine trainierst und auf der Geraden zwei Sekunden schneller bist und dann fünf Sekunden in der nächsten Kurve verlierst.“ Fahrtechnik sollte immer integraler Bestandteil des Trainings sein. „Man muss locker auf dem Fahrrad sitzen, reagieren können auf die verschiedenen Bodenbeschaffenheiten.“

Konkrete Tipps für Fahrtechnikübungen hat Ole Quast auch: „Vier Gegenstände auf den Boden legen und ein Quadrat bilden, Seitenlänge zirka drei oder vier Meter. Dann Hände an den Oberlenker und ohne zu bremsen immer im Kreis um die Gegenstände herum fahren, immer treten, immer enger, immer schneller. An den Moment herantasten, wo das Hinterrad wegrutscht. Mit dem Luftdruck experimentieren. Und die Übungen auf verschiedenen Untergründen durchführen. Bis zum Erbrechen. So bekommt man ein Gefühl, wie sich das Rad verhält, wo die Grenzbereiche anfangen. Wichtiger Tipp: Zunächst immer links herum fahren, damit man nicht aufs Schaltwerk fällt, sollte es einen mal hinhauen. Später, wenn man sich sicherer fühlt, auch rechts herum.“

Eine andere Übung besteht darin, vom fahrenden Rad aus Gegenstände vom Boden aufzuheben, mal rechts, mal links. „So wird man lockerer in der Hüfte, mobiler, man lernt auch hier das Rad besser kennen, lernt zu reagieren. Anfangen kann man ja mit leichten Dingen wie hoch aufragende Trinkflaschen. Dann nach und nach die Schwierigkeit erhöhen bis zu fast ganz flach auf dem Boden liegenden Gegenständen, wie Jacke, Armlinge, Stöcke und so weiter.“

Foto: Pro Workshops/Ole Quast

Von zentraler Bedeutung ist natürlich das Training der wichtigsten Cross-Bewegungsabläufe, darunter das Ab- und Aufspringen, Rad schultern, steile Auf- oder Abfahrten, Kurven. Ole Quast betont: „Wer wirklich ambitioniert Crossrennen fahren will, muss das immer wieder üben und verfeinern, das muss wirklich in Fleisch und Blut übergehen. Man muss aber nicht alles an einem Tag üben, man kann sich auch einfach mal einen Tag auf eine oder zwei Techniken konzentrieren und daran feilen. Wichtig ist die Bereitschaft, sich immer wieder selbst zu hinterfragen. Macht man wirklich alles richtig? Geht es nicht doch noch ein bisschen besser? Wer beratungsresistent ist, stagniert. Es ist vielmehr sinnvoll, regelmäßig mit alten Hasen zu fahren und von diesen Feedback einzuholen. Und beim Rennen: abgucken, zum Beispiel wenn schon eine andere Rennklasse auf dem Kurs fährt. Wie fährt da die Spitze bestimmte Passagen, was ist schnell, was machen zurückgefallene Fahrer schlechter? Das hilft ungemein.“

Naheliegend, aber immer wieder wichtig zu erwähnen: Das Fahren mit dem Crossrad schult erheblich die Radbeherrschung, von den gemachten Erfahrungen profitiert man nicht zuletzt auch auf dem Straßenrennrad – nicht nur in brenzligen Situationen.

Ungeliebt, aber wichtig: Das Athletik-Training

Auf die Bedeutung von Athletik-Training angesprochen, zögert Ole Quast kurz. „Letztlich muss man immer Spaß haben an dem, was man tut. Und viele fahren lieber draußen Rad, als sich auf der Gymnastikmatte zu wälzen.“ Klar ist aber auch: Wer bei Crossrennen vorne mitfahren will, kommt um regelmäßiges Athletiktraining, Kräftigungs- und Dehnübungen nicht herum. Besonders wichtig ist dabei die Stärkung von Bauch- und Rückenmuskulatur. Positiver Nebeneffekt: Von einer stabilen Rumpfmuskulatur profitiert man auch im Alltag, gerade wenn man häufig im Sitzen arbeitet.

Darüber hinaus empfiehlt Ole Quast regelmäßig Übungen zur Kräftigung der Beine. Zum Beispiel diese hier: „Ein Bein nach hinten hochstellen, beispielsweise auf dem Sofa oder auf einem Stuhl. Und dann einbeinige Kniebeugen, jede Seite drei Mal mit je zwölf Wiederholungen. Das wird man schon deutlich spüren. Als Steigerung kann man leichte Sprünge machen oder ein Gewicht vor der Brust halten.“

Tipps fürs Rennen

Genug trainiert, jetzt bin ich heiß auf Renntipps. Und Ole Quast erzählt von seinen Erfahrungen und Ritualen. Zum Beispiel die Vorbelastung. „Ich empfehle, drei Tage vor dem Rennen die letzte richtig harte Einheit zu fahren. Zwei Tage vorm Rennen ist dann trainingsfrei beziehungsweise ganz entspanntes Pedalieren angesagt. Am Vortag macht es Sinn, eine Stunde locker zu rollen, aber fünf so genannte K1-Sprints zu absolvieren. Das sind Antritte mit dickem Gang aus dem Stand, zum Beispiel 46x11. Aber Achtung, niemals länger als zehn Sekunden. Es geht darum, einmal alle Muskeln richtig zu aktivieren, auf keinen Fall sollte man ins Laktat gehen.“

Am Renntag selbst sollte man zeitig an der Strecke sein. „Ich war immer mindestens zwei, eher drei Stunden vor meinem Rennstart da. Dann besteht noch die Möglichkeit, im freien Training die Strecke abzufahren und sich diese genau einzuprägen. Man schaut sich an, wie in anderen Rennklassen neuralgische Streckenpunkte gefahren werden. Und man kann sich ausgiebig warm fahren. Viele nutzen dazu eine Rolle und fahren auch schon intensive Vorbelastungen, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Letztlich muss das jeder selber wissen. Aber beim Cyclocross geht es von der ersten Sekunde zur Sache, im Rennen einrollen geht da nicht.“

Eine entscheidende Bedeutung kommt dem Start zu, der aus einer bestimmten Reihenfolge erfolgt. Zum Beispiel wird gemäß der Platzierung in der BDR-Rangliste aufgestellt. Innerhalb einer Startreihe kann man sich seinen Platz aussuchen, sofern noch nicht alle belegt sind. „Ich war immer ein sehr guter Starter“, erinnert sich Ole Quast, „ich habe mir die Start-Ziel-Gerade und die Einfahrt ins Gelände vor dem Rennen auch immer sehr genau angeschaut. Die erste Kurve ist das erste Ziel, wer da an der Spitze reinfährt, hat einen Riesenvorteil. Noch wichtiger als die erste finde ich die zweite Kurve, da es sich meistens erst dort staut. Meinen Platz in der Startaufstellung habe ich immer schon mit Hinblick auf die ersten beiden Kurven gewählt. Manchmal habe ich mich sogar freiwillig eine Reihe weiter nach hinten gestellt, dafür aber auf die Straßenseite, die in meinen Augen für die Einfahrt ins Gelände die Bessere war.“

Darüber hinaus gilt es auszuprobieren, welches Bein am Boden stehen und welches bereits ins Pedal eingeklickt sein soll. „Das sind Erfahrungswerte, wie man am besten loskommt. Mein Bruder und ich haben Starts geübt, auf allen Straßenseiten, bei allen Bedingungen, in allen Konstellationen, bis es uns zu den Ohren rauskam.“

Foto: Heike Lindenau

Besteht denn die Möglichkeit, im Rennen Körner zu sparen, oder gibt es bei Crossrennen nur Vollgas? „Die Intensität ist natürlich während der gesamten Stunde sehr hoch. Aber man kann schon taktisch fahren und versuchen, Körner zu sparen, um dann gegen Ende noch mal einen Zahn zuzulegen. Wenn man zum Beispiel in einer Gruppe mit mehreren Fahrern unterwegs ist, würde ich immer versuchen, an zweiter oder dritter Stelle zu fahren. Da kommt man zügig durch Kurven durch, hängt aber nicht im Wind wie ganz vorne. Fährt man hingegen an vierter Position und noch weiter hinten, spürt man bei Kurven oder Hindernissen schon einen leichten Ziehharmonika-Effekt, verliert also mehr Schwung und muss entsprechend etwas stärker antreten. Das kostet Körner, die später vielleicht fehlen. Und das Risiko steigt, das vor einem einer stürzt. Übrigens: Wenn man merkt, dass man eine Passage schneller fahren kann als die Konkurrenz, lohnt es sich, genau diese in einen Angriff zu integrieren. Und im Zielsprint muss man schauen, an der richtigen Position um die letzte Kurve zu kommen. Unter Umständen beginnt der Sprint schon vor der letzten Kurve, um als Erster auf die Zielgerade zu kommen.“

Ausstattung und Betreuung

Und was gehört noch zum Rennen dazu? „Das richtige Drumherum“, antwortet Ole Quast wie aus der Pistole geschossen. „Das umfasst das Rad und die Ausrüstung (dazu später mehr), aber auch die Bekleidung. Ein warmer Renneinteiler ist aerodynamisch günstig und angenehm zu tragen, es flattert nichts, und man bleibt nirgendwo hängen. Wichtig ist es, mit trockenen Sachen ins Rennen zu starten und nicht schon leicht angeschwitzt und ausgekühlt. Also im Zweifel noch mal kurz vorher das Unterhemd wechseln.“ In diesem Kontext kommt den Betreuern beim Rennen eine wichtige Bedeutung zu. Alleine zum Rennen fahren geht natürlich auch, besser ist es aber, jemanden an der Strecke zu haben. „Es ist schon ein großer Vorteil, wenn man in der Startaufstellung noch ein warmes Oberteil tragen und das dann im letzten Moment abgeben kann“, berichtet Ole Quast. „Nach dem Rennen sollte man dann so schnell wie möglich die nassen Sachen aus- und etwas Warmes anziehen, ein trockenes Unterhemd, ein warmes Trikot oder eine Jacke und eine trockene, warme Mütze. Außerdem sofort die Energiespeicher wieder auffüllen. Ich habe gerne Eiweiß-Shakes getrunken, mit Schmelzflocken für Kinder. Und dann so schnell wie möglich unter die warme Dusche!“

Wie hält man kälteempfindliche Extremitäten wie Hände und Füße warm? „Da fragst du den Falschen“, lacht Ole Quast, „denn ich war diesbezüglich nicht normal. Auch bei den widrigsten Bedingungen hatte ich keine Probleme. Die übliche Rennradler-Ausstattung ist nicht so gut geeignet, denn wirklich dicke, warme Handschuhe verschlechtern die Kontrolle beim Lenken und Schalten, und klassische Überschuhe klappen vorne an der Fußspitze einfach nach oben weg. Ich empfehle dünne Neoprenhandschuhe wie es sie im Tauchladen gibt. Manche tragen Gummihandschuhe unter den normalen Handschuhen. Kann man mal ausprobieren, aber die Gefahr ist, dass man darin sehr stark schwitzt. Was die Füße angeht, empfehle ich Wärmecreme und besonders warme, aber atmungsaktive Sportsocken, zum Beispiel aus Merinowolle. Und nach einer Stunde ist ja auch schon alles vorbei, erfrieren tut man da nicht.“

Klingt alles so leicht… Mit den Tipps und Tricks von Ole Quast gehe ich in die nächsten Trainingseinheiten und Rennen.

Stimmen aus dem Peloton

Blog-Beitrag vom 17. Dezember 2018:

Die Cyclocross-Szene ist klein, man kennt und schätzt sich, kommt schnell ins Gespräch und tauscht sich aus. Hier kommen leidenschaftliche Querfeldein-Rennfahrer zu Wort. Was macht für sie die Faszination Cyclocross aus? Warum starten sie in der Lizenzklasse bzw. warum sagen sie aus Überzeugung "forever Hobbyklasse"? Vorhang auf für die Stimmen aus dem Cross-Peloton.

Foto: Patrick Halli

„Mich fasziniert an Crossrennen die Mischung aus Technik und Kraft. Ein weiterer Pluspunkt: Man braucht keine Angst vor Stürzen haben, da man meistens weich fällt. Da ich eigentlich Triathlet bin und noch Laufen und Schwimmen trainiere, steht dezidierter Radsport mit Wettkämpfen erst im Herbst und Winter auf dem Programm. Ich starte in der Hobbyklasse, weil man da – egal ob man um den Sieg oder um den letzten Platz kämpft - immer einen oder mehrere Gegner hat. Die Hobbyrennen sind immer gut besucht, und mit meiner Mannschaft Star Cross Crew können wir unabhängig vom Alter im gleichen Rennen starten.“
Patrick Halli, Star Cross Crew Mannheim

Foto: Team TWC Tempo Veldhoven

"Ich stamme aus einer richtigen Radsportfamilie: Eltern, Brüder, Onkels, Tanten, Cousinen, Cousins - alle fahren oder fuhren Rennen. Ich selbst bin seit der Klasse U11 mit Rennlizenz unterwegs - sehr gerne auch querfeldein. In Fürth gegen André Greipel zu fahren, war schon witzig. Da guckt man natürlich: Was kann der, was kann ich? Aber letztlich, egal ob Profi, Amateur oder Hobbyfahrer: Querfeldein macht Spaß, bringt Abwechslung ins Wintertraining und verbessert die Radbeherrschung. Die Ergebnisse stehen da gar nicht an erster Stelle."
Benjamin Sydlik, TWC Tempo Veldhoven

Foto: Christian Siedler

"Was für ein Beginn der Vorbereitungen für 2019. Jetzt weiß ich wieder, wie Blut schmeckt. Die nächsten Rennen können kommen, sollte ich mich jemals wieder erholen vom Raiba RadCross in Hürth-Kendenich. Danke an alle Teilnehmer, Fans und die Organisatoren für diese großartige Erfahrung."
André Greipel, Team Lotto-Soudal, nach der Teilnahme beim Crossrennen in Hürth 2018

Foto: Benjamin Hahn

"Forever Hobbyklasse! Denn ganz ehrlich: Vor jedem Rennen denke ich, 30 Minuten sind ganz schön kurz…, aber während des Rennens denke ich oh Gott, wann kommt endlich die letzte Runde! In der Hobbyklasse erzählt man sich noch in der Startaufstellung Witze, die Platzierungen spielen überhaupt keine Rolle, so lange man Spaß hat. Und das ist für mich das wichtigste Argument für Cyclocross: Bei kaum einem anderen Radevent gibt es so viel Spaß für so wenig Aufwand."
Sebastian Hohlbaum, MTV Stuttgart und RB-Redakteur

Foto: Daniel Geiger

„Crossrennen – das ist Ballern, Fahrtechnik, Laufen, Hirn ein- und manchmal auch ausschalten. Mich fasziniert die Herausforderung, mit mehr oder weniger begrenzten Ressourcen, dafür aber umso mehr Sauerstoffmangel, für jede Strecke, jede Stelle, jeden Zeitpunkt des Rennens die beste Fahrlinie zu finden. Ich starte bei Lizenzrennen, denn 30 Minuten Hobbyrennen sind einfach zu kurz für den Aufwand. Die Lizenzrennen sind viel schneller, alle Fahrer wissen, was Sache ist, es ist hart, aber kontrolliert. Man lernt, was man noch lernen muss. Mein bisheriges Top-Erlebnis: die Deutsche Meisterschaft 2018 in Bensheim mit ordentlich Zuschauern an der Strecke!“
Alexander von Stockhausen, RV Schwalbe Leonberg

Foto: Daniel Geiger

"Cyclocross... mit einem eigentlich unterdimensionierten Rad durchs Gelände... irgendwie cool! Ich habe erst mit Mitte Zwanzig mit Radsport angefangen und wollte dann irgendwann auch Rennen fahren. Zunächst bin ich Cross-Hobbyrennen gefahren, zum reinschnuppern und weil die Renndauer nicht so lang ist wie bei vielen Jedermann-Straßenrennen. Und man braucht auch nicht in so einem großen Feld zu fahren, was mir als Späteinsteiger in den Radsport erst noch ein bisschen Angst gemacht hat. Heute fahre ich Lizenzrennen, im Sommer auf der Straße, im Winter Querfeldein. In den Cyclocross-Lizenzrennen gehöre ich öfter mal zu den langsameren Fahrern, man fährt sein Rennen dann halt gegen die anderen langsamen."
Karl Friesch, RSV Öschelbronn

Foto: Jojo Harper

"Ich baue Querfeldeinrennen gerne in meinem Trainingsplan während der Off-season ein. Einerseits macht es mir richtig Spaß, Crossrennen zu fahren, andererseits sind die 60 Minuten Rennen eine harte, intensive Einheit. Das bringt Abwechslung ins Training. Cross ist intensiver als normales Straßentraining, optimal für die Schnellkraftausdauer, aber es fordert auch technische Fähigkeiten. Nicht unbedingt ein Nachteil in der Vorbereitung auf die Frühjahrsklasssiker. Am Renntag fahre ich morgens schon 2 Stunden auf der Straße. Aber eigentlich bleibt für mich nur Zeit im November dafür. Pro Winter schaffe ich es, bei ein oder zwei Rennen zu starten, mehr nicht. In der Jugend bin ich im Winter meistens Crossrennen gefahren. Aber weil ich relativ schnell den Sprung zu den Profis geschafft habe, ist das in den Hintergrund gerückt. Lizenz- und Hobbyrennfahrern würde ich auf jeden Fall raten, auch mal im Winter querfeldein an den Start zu gehen. Die Wettkampfpause ist nicht so lange und man fängt im Frühjahr nicht bei "Null" an. Und die Motivation wird im Wintertraining auch höher gehalten."
Nils Politt, Team Katusha-Alpecin auf RB-Anfrage nach seiner Teilnahme beim Crossrennen in Kreuzweingarten

Interview mit dem Deutschen Meister Querfeldein Marcel Meisen

Blog-Beitrag vom 21. Dezember 2018

Marcel Meisen aus Stolberg bei Aachen ist Querfeldein-Profi im belgischen Team Corendon-Circus, für das auch Europameister Mathieu van der Poel fährt. Meisen ist amtierender Deutscher Meister im Cyclocross, auch 2015 und 2017 gewann er den Titel. International ist der 29-Jährige derzeit der einzige deutsche Fahrer, der mit der Weltspitze mithalten kann: In der laufenden Saison holte er mehrere Top-Platzierungen bei stark besetzten Rennen in Belgien, darunter Platz zwei beim GP Neerpelt, Platz vier beim GP Soudal in Hasselt und fünfte Plätze beim Superprestige in Gieten und der DVV-Trophee in Niel. Dazu kommen Siege bei den internationalen Rennen der Kategorie C2 in München und Bensheim.

Foto: Corendon-Circus

ROADBIKE: Herr Meisen, wie sind Sie zum Cyclocross gekommen, und was fasziniert Sie daran?

Marcel Meisen: Cyclocross hat mich schon als kleines Kind begeistert, als ich mit meinem Vater in den 1990er Jahren zu den Rennen fuhr. Schon dort faszinierten mich die Steuerkünste der Fahrer und das äußerst kurzweilige Renngeschehen. Cyclocross an der Rennstrecke zu erleben ist nochmal etwas anderes als im Fernsehen.

Beschreiben Sie unseren Lesern bitte, welchen Stellenwert der Querfeldein-Radsport in den Benelux-Staaten und insbesondere Belgien hat. Wie muss man sich so ein Rennen in Belgien vorstellen?

In Belgien ist Cyclocross neben Fußball die Sportart, über die im Winter am meisten berichtet wird. Es kommen regelmäßig mehrere Tausend Zuschauer an die Strecke und im Fernsehen sind Einschaltquoten von 60-70% keine Seltenheit. Dort gehört es zu einem guten Sonntag, sich am frühen Nachmittag die Crossrennen anzuschauen.

Foto: Corendon-Circus

Im Vergleich dazu: Wo steht Cyclocross in Deutschland? Was würden Sie sich für den Sport wünschen?

In Deutschland ist Cyclocross natürlich nicht so bekannt. Ich denke, dass wir in den Medien vor allem sehr viel Konkurrenz von den etablierten Wintersportarten haben. Diese nehmen einfach schon zu viel Platz in der Berichterstattung ein. Dadurch ist auch das Interesse des Nachwuchs nichts so groß, was wiederum dazu führt, dass wenig junge Talente nachwachsen. Es gibt jedoch Lichtblicke. Ich würde mir wünschen, dass mehr Menschen entdecken können, wie interessant und kurzweilig diese Sportart ist. Dazu müssten die Rennen aber wahrscheinlich durch größere Sender übertragen werden.

Sie fahren eine sehr starke Saison, mit Siegen und einigen sehr guten Platzierungen in internationalen Rennen. Was sind Ihre persönlichen Ziele, sowohl in der laufenden Saison als auch in den kommenden Jahren?

Für den Rest der Saison ist das Ziel weiterhin so oft wie möglich um die Top 5 bei den großen internationalen Rennen zufahren. Bei der WM und den Weltcups würde ich gerne in den Top 10 landen. Das wichtigste ist aber die Form bis dahin zuhalten bzw. noch ein bisschen anzuschärfen.

Ihr Teamkollege ist Seriensieger Mathieu van der Poel. Wie eng ist Ihr Kontakt, profitieren Sie wechselseitig voneinander oder dreht jeder sein eigenes Ding? Und was glauben Sie wird MVDP in seiner Karriere noch erreichen?

Im Crossrennen selber ist das schwierig, aber im Crosstraining und bei der Streckenbesichtigung proftitiert man auf jeden Fall. Bei den Straßenrennen sieht das anders aus, da haben wir einige seiner Siege vorbereiten können. Außerdem hatten wir eine super Truppe, mit guter Stimmung vor und nach dem Rennen, was Mathieu auch wichtig ist und positiv wirkt. Es ist schwer zu sagen, wo es bei Mathieu enden wird. Er hat uns in den letzten Jahren schon oft überrascht. Wenn es um die Straße geht, denke ich, kann er alle großen Eintagesrennen gewinnen.

Foto: Corendon-Circus

Nachwuchsförderung: Das CX-Team Drinkuth-Abus-Focus

Blog-Beitrag vom 7. Januar 2019:

Radsport im Allgemeinen und Cyclocross im speziellen sind mit einem großen finanziellen und zeitlichen Aufwand verbunden. Junge Nachwuchsfahrer stellt dies vor besondere Herausforderungen, und wer in jungen Jahren Rennen fahren möchte, ist erheblich auf die Unterstützung von Eltern und Sportvereinen angewiesen (zum Weiterlesen: ROADBIKE-Reportage "Die nächste Generation"). Der Förderung des Cyclocross-Nachwuchses hat sich unter anderem die Renngemeinschaft des CX-Teams Drinkuth-Abus-Focus verschrieben. Fragen an den Teamchef Ingo Behrendt und die U19-Fahrer Tim Neffgen und Tim-Oliver Kolschefsky.

Foto: Markus Stera

ROADBIKE: Herr Behrendt, Sie leiten gemeinsam mit René Conca das Team Drinkuth-Abus-Focus. Jahrelang mischte dieses bei Jedermannrennen vorne mit, ab sofort fördert es eine Auswahl von talentierten Nachwuchsfahrern bei Lizenzrennen, insbesondere im Cyclocross-Bereich. Wie kam es zu dieser Neuausrichtung?

Ingo Behrendt: Das Team Drinkuth-Abus-Focus zählt schon seit mehreren Jahren zu den bekanntesten Teams im Jedermann-Radsport. Nicht nur die Leistung und Erfolge standen bei uns im Vordergrund, sondern auch die gute Stimmung im Team und zu anderen Teams. Das "Gute Laune"-Gefühl ist immer noch ein wichtiger Bestandteil unserer Ziele. Da wir und unsere langfristigen Partner auch immer neue Herausforderungen suchen, haben wir überlegt, wie wir unsere Erfahrungen und Netzwerk nutzen und auch weiter ausbauen können. Hier war uns sehr schnell klar, dass wir den Radsport und den dazugehörigen Nachwuchs fördern wollen. Das Ziel unseres Team ist eine langfristige Ausrichtung, um die Jugend zu fördern und weiterzuentwickeln. Vielleicht können wir irgendwann auch mal stolz sein, wenn einer unserer Fahrer den Weg ins Profilager schafft.

Foto: Markus Stera
René Conca (l.) und Ingo Behrendt präsentieren ihren Fahrern das Teamtrikot 2018/19.

Wie muss man sich konkret die Förderung vorstellen, wie werden die Teamfahrer unterstützt?

Als privat-organisiertes Team sind wir bei finanziellen Mitteln begrenzt. Allerdings denken wir auch, dass dies nicht ausschlaggebend für den Erfolg ist. Dank unserer Partner können wir aber auf große Unterstützung materieller Art aufbauen. So hat Focus unseren Fahrern das 2019er Focus Mares Cyclocross-Bike zur Verfügung gestellt, und Abus stellt die Helme Gamechanger und Aventor, die auch vom Profiteam Movistar gefahren werden.

Foto: Markus Stera

Was für eine sportliche Perspektive können Sie den jugendlichen Fahrern bieten, wo soll der Weg für sie langfristig hinführen?

Natürlich wollen wir unseren jungen Fahrern eine langfristige Unterstützung bieten. Der Focus als Renngemeinschaft liegt sicherlich bei den U19-Fahrern, da diese in unserem neuen Team-Outfit der Renngemeinschaft die Rennen bestreiten. Zusätzlich haben wir uns entschlossen auch im Bereich der U15- und U17-Klasse Fahrern eine ähnlich professionelle Unterstützung zu geben. So können auch diese Fahrer einen langfristigen Weg in unserem Team gehen.

Warum gerade die Ausrichtung auf den Querfeldein-Radsport?

Es ist ein weiteres Ziel unseres Teams, Cyclocross in Deutschland auf ein höheres Niveau zu bringen, wie es in unseren Nachbarländern Belgien und den Niederlanden schon immer der Fall war. Übrigens sind unsere Fahrer auch dort bei Rennen am Start, um internationale Erfahrungen zu sammeln. Natürlich spielt auch die Cross-Affinität unseres Partners Focus eine Rolle, der eine lange Tradition im Querfeldeinradsport hat und diesen mit Interesse unterstützt. Weil sich mit dem Team aber alles so gut entwickelt hat, werden wir unsere Nachwuchsarbeit 2019 mit einer U19-Bundesligamannschaft auch auf der Straße fortsetzen.

Foto: Markus Stera

Wo steht Ihrer Meinung nach der Querfeldein-Radsport in Deutschland? Und wo steht er im internationalen Vergleich? Und was kann oder müsste passieren, um die Bekanntheit von Cyclocross in Deutschland zu steigern?

Ich glaube, dass wir auch in Deutschland steigende Zahlen an CX-Sportlern sehen und sehen werden. Dazu trägt auch die immer beliebter werdende Gravel-Szene bei, von wo der Sprung zur Teilnahme an einem CX-Event nicht mehr weit ist. Natürlich sind auch die Fahrrad-Hersteller in der Verantwortung. Ich denke, man kann schon deutlich sehen, dass immer mehr Marken Cyclocrosser auf den Markt bringen. Hier ist unser Partner Focus-Bikes sicherlich ein Hersteller, der schon immer im Querfeldein-Radsport präsent war, nicht nur durch unsere Team-Patronaten Mike Kluge und Jörg Arenz.

Abschließend ein paar Zahlen und Fakten: Wie viele Fahrer starten für das Team, und wie viele Betreuer unterstützen sie?

Wir haben dieses Jahr sechs Fahrer in der U19 und fünf weitere Fahrer in U15 und U17. Als Betreuer und Team-Manager sind René Conca und ich selbst in der Verantwortung, wobei mein Schwerpunkt in der sportlichen Betreuung und beim Material liegt und René mehr in der Organisation tätig ist. Zusätzlich bauen wir auf die Eltern als Betreuer ihrer eigenen Kinder. Wie auch im Strassenradsport ist dies ein sehr wichtiger Bestandteil. Teilweise starten die Eltern übrigens selbst bei Master-Rennen.

Foto: Markus Stera

Zwei Nachwuchshoffnungen über ihre Leidenschaft Cyclocross

Tim Neffgen, Jahrgang 2002, Rennfahrer U19 für den RSV Düren und die Renngemeinschaft Team Drinkuth-Abus-Focus
Tim-Oliver Kolschefsky, Jahrgang 2002, Rennfahrer U19 für den RSC Linden und die Renngemeinschaft Team Drinkuth-Abus-Focus

Wie seid Ihr zum Radsport gekommen?

Tim Neffgen: Als ich noch klein war, war mein Vater noch im Straßenrennsport aktiv. Mit meiner Mutter habe ich ihn immer begleitet und die Rennluft an der Strecke eingeatmet. Im Grundschulalter habe ich mit meinen Freunden Fußball im Verein gespielt, Radfahren hat mir aber immer Spaß gemacht. Über MTB und Downhill habe ich 2015 in den Straßen- und Bahnrennsport gefunden. Querfeldein fahre ich dieses Jahr auch schon in der vierten Saison.

Tim-Oliver Kolschefsky: In meiner Familie fahren alle Rennrad - mein Vater und mein Bruder Rennen, meine Mutter als Hobby. Ich bin also quasi mit dem Rad aufgewachsen. Meine ersten Rennen bin ich mit fünf Jahren gefahren.

Foto: Markus Stera
Tim Neffgen, U19-Fahrer RSV Düren und RG Team Drinkuth-Abus-Focus

Was macht für Euch die Faszination Cyclocross aus?

Tim Neffgen: Ich finde die Abwechslung besonders interessant, die Strecken sind immer unterschiedlich. Und die Atmosphäre neben der Strecke ist toll.

Tim-Oliver Kolschefsky: Die Abwechslung des Untergrunds - Sand, Asphalt, Wald, Schotter, Wiese - und die Beherrschung des Rades, die Fahrtechnik. Im Cyclocross gibt es kein Windschatten-fahren. Hier muss jeder einzelne Fahrer seine eigene Spur und Technik finden und die notwendige Ausdauer und Kraftintensität für die Renndauer fahren können.

Was war das Beste, das Ihr bisher auf dem Rad erlebt habt?

Tim Neffgen: Ein besonderes Erlebnis für mich war dieses Jahr, dass ich beim Weltcup-Rennen in Koksijde Deutschland repräsentieren durfte. Ein Highlight jeder Querfeldein-Saison ist der Start beim Koppenberg-Cross am 1. November. Da sind so viele Zuschauer, das motiviert jeden Fahrer, sein Bestes zu geben.

Tim-Oliver Kolschefsky: Die vielen Freundschaften unter den einzelnen Fahrern aus vielen unterschiedlichen Landesverbänden und Bundesländern. Sportlich gesehen meine vier Top-Ten-Platzierungen bei Deutschen Meisterschaften und meine erreichte D/C Kader-Norm.

Und was das Schlechteste?

Tim Neffgen: Ehrlich gesagt fällt mir da gar nichts ein.

Tim-Oliver Kolschefsky: Ich habe mir zwei Mal das Schlüsselbein gebrochen, an der gleichen Stelle.

Foto: Markus Stera
Tim-Oliver Kolschefsky, U19-Fahrer RSC Linden und RG Team Drinkuth-Abus-Focus

Wie viel trainiert Ihr, und wie lässt sich das Training im Alltag integrieren?

Tim Neffgen: Ich trainiere 4x in der Woche ca. 3h und fahre am Wochenende Rennen. Bis zur 10. Klasse ging das auch noch recht gut. 2018 bin ich in die Oberstufe gekommen und muss jetzt auch sehr viel für die Schule arbeiten. Nun ist die Integration des Trainings schwierig geworden, und ich muss mir die Zeit sehr gut einteilen.

Tim-Oliver Kolschefsky: Ich besuche eine Sportelite-Schule mit Schwerpunkt Radsport, das Heinrich-Heine-Gymnasium. Dadurch lassen sich Schule und Training sehr gut verbinden. Ich trainiere 5x wöchentlich, dazu kommen die Wettkämpfe an den Wochenenden.

Was sagen Eure Altersgenossen zu Eurem Sport?

Tim Neffgen: Radsport ist für die meisten Jugendlichen unpopulär. Sie sehen uns als Exoten an.

Tim-Oliver Kolschefsky: Meine Freunde betreiben im Allgemeinen ebenfalls Sport. Und die Freunde im Ort akzeptieren meine Leidenschaft Sport.

Was sind Eure persönlichen Ziele?

Tim Neffgen: Ich möchte bei jedem Rennen meine volle Leistung abrufen. Mein persönliches Ziel wäre es, in der nächsten Querfeldein-Saison in meiner Altersklasse Deutscher Meister zu werden.

Tim-Oliver Kolschefsky: Ich möchte es gerne in den Nationalkader schaffen und an einer Weltmeisterschaft teilnehmen. Auf jeden Fall möchte ich den Radsport weiter forcieren, aber auch mein Abitur machen.

Foto: Markus Stera