Sagenhaftes Südtirol

Nicht nur dank seiner zahllosen Traumpässe gilt Südtirol als Paradies für Fans radsportlicher Klettereinlagen. Das außergewöhnlich milde Klima sorgt für eine lange Saison – und die regionale Küche für Hochgenuss abseits des Sattels.

Rennradfahren in Südtirol Stilfser Joch
Foto: Harald Wisthaler

Tief im Westen Südtirols, im Dreiländer­eck Italien/Schweiz/Österreich, ragt ein wortwörtlicher Höhepunkt für Rennradfahrer in den Himmel: das Stilfserjoch, 2757 Meter hoch. Eine der höchsten mit dem Rennrad befahrbaren Passstraßen der gesamten Alpen. Und was für eine Straße! Durch 48 Kehren schraubt sich der Rennradfahrer die Passstraße empor, das gewaltige Ortlermassiv immer im Blick. Fast 2000 Höhenmeter stehen nach der 25 Kilometer langen Himmelfahrt von Prad im Vinschgau bis hinauf zur Passhöhe auf dem Tacho. Kurz: Auf der Liste der Pässe, die ein Rennradfahrer einmal erlebt haben muss, steht das Stilfserjoch ganz weit oben.

Foto: Benjamin Pfitscher Südtirol Rennradfahren Timmelsjoch

Dabei ist die Anfang des 19. Jahrhunderts kunstvoll angelegte Straße beileibe nicht der einzige Star. Zahllose Anstiege führen alleine beidseits des Etschtals in den Radsportlerhimmel. So wie die Stichstraße ins Martelltal mit den engen Kehren hinauf zum Zufritt-Stausee.

Musik in den Ohren bergfester Rennradler ist auch der Name „Timmelsjoch“. Der auf 2509 Meter liegende Übergang vom Passeiertal nach Österreich ist als Scharfrichter des Ötztaler Radmarathons (2. September 2018) gefürchtet. Doch auch für sich alleine hat er es in sich. Von St. Leonhard aus gilt, es auf 29 Kilometern rund 1800 Höhenmeter zu erklettern. Als Belohnung winken eindrucksvolle Ausblicke, etwa auf das markante Museum an der Passhöhe. Wer einmal die Kurven durch die wie eine Wand aufragenden letzten Kilometer bezwungen hat, wird den Pass nie vergessen.

Wichtig: Die Kletterpartie über die hochalpinen Pässe will gut geplant sein. Bis in den frühen Sommer hinein kann Schnee liegen. Im Tal hingegen rollen die Radsportler schon früh in der Saison im Kurzarmtrikot durch die schier endlosen Apfelfelder. Etwa über die Via Claudia Augusta, die Kaiserstraße über die Alpen. So genießen sie das einzigartige Klima mit seinem mediterranen Einfluss hier im Süden der Alpen mit viel Sonne und milden Temperaturen.

Foto: Alex Filz Ultental Südtirol Rennradfahren kulinarische Highlights

Apropos genießen: In dieser Hinsicht bietet Südtirol auch kulinarisch eine Menge. Auf den Hütten oben in den Bergen wie in den vielen erstklassigen Restaurants im Tal wird der Gaumen verwöhnt. Geprägt von der kulturellen Vielfalt, die sich auch auf den Speisekarten der Region widerspiegelt. So füllen Leckereien von Kaiserschmarrn über Käseknödel bis hin zu italienischer Pizza oder Pasta die Speicher für viele weitere Traumtouren durch Südtirol.

Königliche Dolomiten

Wenn Südtirols Westen mit dem Stilfserjoch den König der Rennradpässe beheimatet, dann liegt im Osten die Königin der Rennradtouren: die Sellaronda. Viel schöner als die einzigartige Runde über Sellajoch, Pordoi, Campolongo und Grödner Joch kann Rennradsport einfach nicht sein.

Ein unvergessliches Erlebnis ist diese Tour speziell in den Monaten Juni und September. Denn dann locken die angenehmen Temperaturen Südtirols in Kombination mit den zu dieser Zeit weitgehend verkehrsfreien Straßen.

Foto: Molography Südtirol Rennradfahren

Wer die Traumrunde um das Sellamassiv indes am liebsten komplett ohne motorisierten Verkehr genießen will, sollte zum Sellaronda Bike Day am 23. Juni 2018 in die Dolomiten kommen. Ebenfalls im Juni lädt auch das RoadBIKE Magazin zum Trainingscamp Dolomiten (7.–10. Juni 2018).

Im Renntempo geht es dann Anfang Juli beim großen Radmarathon Maratona dles Dolomites durch die Region. Auf der langen 138-Kilometer-Runde wollen 4230 Höhenmeter bezwungen werden. Und der Giro Dolomiti (22.–28. Juli 2018) führt auf der dritten Etappe ebenfalls über die Sellaronda.

Ganz unter sich erleben Radfahrer auch beim Dolomites Bike Day am 17. Juni 2018 die schönen Straßen und Pässe der Region Alta Badia, dabei stehen etwa Pässe wie Falzarego, Valparola oder Campolongo auf dem Programm.

Foto: Molography Südtirol Rennradfahren

Das Gebiet Alta Badia in den ladinischen Dolomiten beweist dagegen einmal mehr auf eindrucksvolle Art und Weise, dass Südtirol nicht nur feinste Rennradkost bietet. Gleich sechs Michelin-Sterne leuchten Feinschmeckern hier den Weg zum kulinarischen Hochgenuss.

Den Weg zu den schönsten Rennradtouren der Region kennen die ausgebildeten Bike Guides. So wie Alta Badia überhaupt perfekte Bedingungen für den Urlaub mit dem Fahrrad bietet. Etwa mit seinen vielen auf Radsportler spezialisierten Hotels und Unterkünften, Fahrradverleih oder kostenlosem Radtransport. Auch viele Restaurants und Hütten haben sich auf die speziellen Bedürfnisse der Rennradfahrer eingestellt.

Gänzlich unangepasst hingegen zeigen sich in Alta Badia die Einheimischen, wenn es um ihre Sprache und Traditionen geht. Zum Glück, denn Ladinisch gilt neben Italienisch und Deutsch nicht nur als dritte offizielle Landessprache Südtirols. Auch die spezielle Lebensweise und die besonderen Bräuche sind eine lebendige und überaus interessante Bereicherung für Italiens Norden.

Die Rennrad-Events in Südtirol

Zwischen Stilfserjoch und Dolomiten finden Rennradfahrer in Südtirol eine Fülle interessanter Veranstaltungen.

  • 17.6.2018, DOLOMITES BIKE DAY: Ausschließlich für Radfahrer werden die wundervollen Pässe des Maratona dles Dolomites beim Dolomites Bike Day geöffnet.
  • 23.6.2018, SELLARONDA BIKE DAY: An diesem Tag sind die Pässe rund um die Sella-Gruppe für Autos & Motorräder tabu.
  • 1.7.2018, MARATONA DLES DOLOMITES: Einer der härtesten und vor allem schönsten Radmarathons der Alpen lockt Jahr für Jahr Tausende Teilnehmer in die Berge.
  • 1.9.2018, STELVIO BIKE DAY: Für einen Tag gehört das Stilfserjoch ganz allein den Radfahrern. Für den motorisierten Verkehr ist der Pass gesperrt.

www.suedtirol.info